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Third-Party-Addons in MMORPGs

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Sorgen Third-Party-AddOns für eine toxische Community in MMORPGs?

Für viele MMORPG’ler sind sie ein Teil des virtuellen Alltags und gehören einfach dazu. Für andere widerum sind sie verboten und/oder verteufelt. Das Thema rund um die Third-Party-AddOns beschäftigt mich immer wieder, weil ich oft vor allem das Argument gehört habe, sie seien der Grund für toxische MMORPG Communities. Aber kann man das pauschal so sagen?

Mein erstes Beschnuppern mit Third-Party-AddOns kam mit dem MMORPG, dass mich lange für andere Spiele “verdorben” hatte: World of Warcraft. Ich war noch grün hinter den Ohren und habe eine Instanzgruppe nach der anderen gesucht. In einer der Gruppen war ein Magier mit dabei. Nennen wir ihn einfach Feuerschleuder Ferdinand.

Gefühlt fragte Feuerschleuder Ferdinant nach jedem gottverdammten Trashpack im Partychat nach seinem Schaden. Ich hatte keine Ahnung wieso er das tat und unsere Schurkin, Meuchel Martina, war so genervt davon, dass sie ihn mit ein paar “netten” Worten dazu brachte damit aufzuhören. Das war leider nicht die Erlösung, sondern der Moment an dem Feuerschleuder Ferdinant anfing, selbst den Schaden in den Chat zu pfeffern. Wieso auch immer er uns vorher damit nervte…

Feuerschleuder Ferdinant*
*Echter Charaktername ist der “Redaktion” nicht mehr bekannt

Für mich als Paladin in Lehre war das komisch so verglichen zu werden, auch weil ich eine Woche brauchte, um ein Eichhörnchen vor Sturmwind zu töten. Zum Glück war ich “Heiler”. Nach dem Durchlauf wollte ich wissen, was das war und machte mich auf den Weg das große Orakel unserer Zeit zu befragen: Das Internet! Dort wurde ich fündig und lernte viele neue Sachen. Zum Beispiel was UI bedeuetet!… Jetzt fühle ich mich alt Q_Q.

Grundlegend kann man sagen, dass es zwei Arten von AddOns gibt. Die eine Gruppe tut keinem weh, die andere bietet ein Potenzial toxisch zu werden. Lasst mich das aber anhand von zwei Beispielen erläutern.

  1. User Interface AddOns wie Elv-UI, Bartender oder X-Pearl
    Mit UI-AddOns kann der Spieler sein Interface nach seinen eigenen Bedürfnissen gestalten. Fähigkeitsleisten verkleinern, an eine andere Stellen schieben, Spielerframes verkleinern und noch so vieles mehr.
    Auf diese Art lässt sich das Bild sehr klar gestalten und störende Elemente wo anders hin verfrachten.
  2. AddOns, wie Recount oder RaiderIO
    Solche Addons messen die direkte spielerische Leistung. An sich sind sie eine verdammt gute Idee. Fakt ist: Wer in einem Spiel, in dem eine gewisse Leistung notwendig ist, vorankommen will, muss auch eine gewisse Leistung bringen können. Also ist eine Kontrolle der eigenen Leistung oder des Fortschritts eigentlich eine gute Sache.

Ich probierte viel rum. Vor allem UI-AddOns hatten es mir angetan und ich veränderte es beinahe im Wochentakt.

Mein UI in WoW: Shadowlands

Dann kam 2013 Final Fantasy XIV: A Realm Reborn. Als Final Fanatsy Fan seit 1997 schaute ich bereits in die erste Veröffentlichung von Final Fanatsy 14 rein. Gott war ich enttäuscht von dem Spiel! Als “Legacy” Spieler erhielt ich automatisch einen Betakey zu A Realm Reborn (V 2.0). “Gut, reinschauen kann man ja mal”, war so mein Gedanke und ich fand das überarbeitete FF14 echt gelungen! Als das Spiel erschien, kaufte ich es mir. Ich war damals auf ca Level 35, als ich im Netzt nach Addons schaute. Vergebens. Als ich ein Statement diesbezüglich las, dass diese verboten waren, war ich ein wenig schockiert! Meine geliebten UI-Addons? Mein DamageMeter? Wie soll ich mich denn “verbessern”?

Der Schock wärte nicht lange. Als Druide/Weißmagier beim Aufleveln war das Thema Rotation oder Min/Maxing ziemlich egal. Ich war zu dem Zeitpunkt seit 8 Jahren Raidheiler und hatte somit Erfahrung in dieser Rolle. Wird schon gehen. Und es ging. Ich gewöhnte mich richtig an das addonlose “Leben”. Dann ging es irgendwann wieder zurück nach Azeroth.

Aber irgendwas war da komisch. Schon relativ schnell machte sich ein Unwohlsein in Azeroth bei mir breit. Nicht, weil ich ein anderes Spiel besser fand. Mir fiel sehr schnell auf wie vernarrt, wahnwitzig und “toxisch” die Community war. FF14 bedient sich dem gleichen Kernsystem wie WoW. Kein Actioncombat, eine klassische Aufteilung zwischen Tank, Heiler und Damagedealer, Itemspirale u.v.m..

Das Letzte was mir einfiel, war der Unterschied, der mich anfangs bei FF14 so schockte. Es gab keine Addons! Ich fragte mich inzwischen selbst, ob die AddOns etwas schlechtes sind und die kritischen Stimmen recht hatten. Machte das Team um Naoki Yoshida und FF14 es richtig Thrid-Party-Addons zu untersagen? Meine erste Antwort auf diese Frage war ein klares ja. Aber so einfach war das Ganze dann doch nicht zu beantworten.

Bei Recount und co. liegt der Hase im Pfeffer. Während AddOns aus dem ersten Beispiel keinem “weh tun” können, da keiner objektiv in der Lage ist zu beurteilen, mit welcher Einstellung eine Person am besten arbeitet kann, ist eine Person mit AddOns des zweiten Beispiels durchaus angreifbar. Erfahrungsgemäß werden solche AddOns seltener für eine eigene Kontrolle verwendet, sondern für einen digitalen Schniedelwutzvergleich oder als Rechtfertigung um absurde Voraussetzungen zu fordern.

Wenn z.B. der Magier Feuerschleuder Ferdinant, mit einem Itemlevel von 230, die Magierin Sodbrenn Sabine, mit einem Itemlevel von 190, blöd anmacht, weil sein Schaden beim Boss höher war, fühlt sich Ferdinant zwar voll toll, weil sein digitales Miniglied doch gerade mal die größe einer Nähnadel erreicht hat, beweist aber, dass er einfach nur ein Arsch ist.

Details! DamageMeter – Aufschlüsselung des letzten Kampfes. Eigentlich Praktisch!

Was lässt sich daraus schließen? Sind AddOns der Grund für das Unwohlsein und die negativen Erfahrungen vieler und steigern sie die Toxizität einer Community? Meiner Meinung nach bieten gewisse AddOns dafür ein Potenzial, aber das ist eigentlich nicht das Problem. Das Hauptptoblem in diesen Situationen ist derjenige der vor dem Bildschirm sitzt! Mal Hand aufs Herz: Ein Arsch findet einen Weg, um sich wie ein Arsch zu verhalten. Es lässt sich aber leider nicht leugnen, dass solche Verhaltensweisen eine gewisse Auswirkung auf eine Community haben kann. Es ist sehr frustrierend immer wieder um die Ohren gehauen zu bekommen, wie schlecht man sei.

Mir fallen hierfür drei mögliche Szenarien ein.

  1. Der/Die gemobbte Spieler:in ist derartig angepisst von diesem Erlebniss, sodass er/sie besser wird und danach selbst zu einem dieser Ärsche wird. Meiner subjektiven Wahrnehmung nach, ist das auch das häufigste Ende.
  2. Der/Die gemobbte Spieler:in findet es scheiße. Das Spiel wird dadurch scheiße und er/sie hört damit auf. Kenne genug Spieler:innen die deswegen einige Titel in die Versenkung geschickt haben.
  3. Das dritte Szenario ist leider das, das ich bisher am seltensten erleben durfte. Der/Die gemobbte Spieler:in nimmt dies als Antrieb besser zu werden und denkt sich seinen/ihren Teil bei solchen Leuten.

Als ich damals von FF14 zu WoW zurück gewechselt bin, schlug mir diese negative Art vieler Spieler:innen so hart ins Gesicht, dass ich anfing zu reflektieren, wie ich mich früher in solchen Situationen verhalten habe. Und ganz ehrlich, ich schäme mich heute dafür, denn ich war selbst mal einer, der dieses toxische Verhalten nach außen getragen hat. Eine ganze Weile verabschiedete ich mich von jeder Art von solchen AddOns und fing an, nur für mich zu spielen. Als ich mir für den Raid doch wieder Recount und co. installiert hatte, bin ich mit dem was ich sah, anders umgegangen.

Ich nutzte das AddOn nur noch für mich und um meinen festen Mitspieler:innen zu helfen, wenn ich sah, dass die Leistung für den Raid ungenügend war. Ich konnte mich nicht mehr mit dem Gedanken anfreunden eine:n Mitspieler:in zu ersetzen, sondern machte mir lieber die Arbeit dafür zu sorgen, dass das einfach nicht notwendig wird.

Die eine Frage bleibt aber offen! Ist es besser Third-Party-AddOns zu verbieten? Von meiner Seite aus muss ich hier klar sagen: Nein. Jedoch bin ich der Meinung, dass das Verhalten von Spielern, die diese nutzen, um andere fertig zu machen, sanktioniert gehört. Möglicherweise bin ich einer von wenigen aber ich wäre sogar bei wiederholtem Vorkommen dafür, die entsprechende Person zu bannen. Ebenso darf man nicht das “Gesetz” der selektiven Wahrnehmung vergessen. Wenn wir von 100 Instanzen eine oder zwei richtig beschissene Gruppen hatten, reden wir wovon? Genau, von den beiden Beschissenen. Wie seht Ihr das? Findet Ihr das Third-Party-AddOns eine Community toxisch beeinflussen? Erzählt mir doch Eure Ansicht dazu in den Kommentaren oder auf Twitter!

Damit verpixel ich mich erstmal wieder in die unendlichen Weiten der Pixelwelten,
Euer Serraz.