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Review: Paladins Champions of the Realm

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Der Hero-Shooter, der Spieleschmiede Evil Mojo, feierte seine Erstveröffentlichung am 08. Mai 2018 und begann bereits 2016 mit einer Open Beta. Laut den Steam-Charts erreicht das Spiel (Stand Juni 2021) eine Peak von fast 16.000 Spielern am Tag und insgesamt, laut dem Publisher Hi-Rez, mehr als 30 Millionen Spieler weltweit. Eine beeindruckende Zahl die sich nicht vor Genregrößen wie Overwatch verstecken muss.

Mit Paladins Champions of the Realm brachten Evil Mojo und Hi-Rez Studios ein Spiel auf den Weg, welches immer wieder mit Overwatch verglichen wird. Meiner Meinung nach, ist dieser Vergleich alles andere als weit hergeholt, da ich selbst Paladins gerade wegen den Gemeinsamkeiten zu Overwatch angefangen hatte zu spielen. Vergleiche zwischen Spielen finde ich sehr wichtig um Gemeinsamkeiten zu finden und eben auch die Unterschiede. Manch einer wird sich zwar lieber eine Hand abhacken lassen, Ziegenblut trinken und Neugeborene opfern, aber ein natives Copy-Paste Spiel braucht keiner! Okay, nicht jeder würde Ziegenblut trinken… Naja zurück zum Thema.

Eine Gemeinsamkeit, die ich schnell gefunden habe, sind die Überschneidungen bei einigen spielbaren Charakteren. Wobei viele Champions sich für mich wie ein Hybrid aus den Overwatchhelden anfühlt. So erinnert mich der Champion Koga an Reaper aus Overwatch, mit einem hauch Genji durch sein Wandhochgekrabbel. Dann gibt es absolute einzigartige Charaktere bei denen ich finde, dass sich Blizzard ein wenig was abschauen könnte. Wenn man das Spiel also genauer auseinander nimmt, gibt es zwar viele Parallelen mit Overwatch, liefert aber auch viele eigene Ideen, die Insgesamt gut umgesetzt werden!

Wichtiger Hinweis: Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Neutralität oder einem journalistischen Gedanken bei meinen Reviews. Diese Reviews spiegeln MEINE Meinung bzgl. der einzelnen Kategorien und des jeweiligen Titels wider.

Gameplay

Die Teamzusammenstellung bei Paladins besteht aus fünf Spieler:innen pro Team, welche sich in einem von drei Modi miteinander messen.

Im Modus Belagerung erkämpfen sich die Teams einen Punkt in der Mitte der Map. Ist einem Team das gelungen, ist es das Ziel eine Fracht zur Basis der Gegner zu eskortieren. Gewinner des Matches ist das Team, welches zuerst vier Punkte erhalten hat. Man erhält einen Punkt für das Erhalten der Fracht, die erfolgreiche Eskorte oder das Verhindern das die Fracht die eigene Basis erreicht. Die Maps in dem Modus erinnern aufgrund des gespiegelten Aufbaus mehr an Titel wie League of Legends oder Dota2.

Bei Offensive sammeln die Teams durch die Einnahme des Punktes in der Mitte Siegpunkte. Das Team welches zuerst 500 Siegpunkte erhalten hat, gewinnt das Match.

Team-Deathmatch ist irgendwie selbsterklärend oder? Prinzipiell ja, jedoch ist derjenige der getötet wird nicht komplett ausgeschieden. Hier ist es das Ziel, zuerst 40 Punkte zu erreichen. Pro getöteten Helden erhält man einen Punkt.

Mit einer Auswahl von 49 Champions (Stand 21.06.2021) bietet Paladins Champions of the Realm eine große Auswahl an spielbaren Charakteren. Dabei werden die Champions in vier Gruppen eingeteilt. Beschützer, Unterstützer, Schaden und Flanke. Champions der Gruppe Flanke gehören zu der Schadensgruppe. Sie halten weniger aus und sind darauf ausgelegt, den Gegner zu überraschen und so die einzelnen Spieler:innen gezielt aus dem Spiel zu nehmen. Blizzard teilte bei Overwatch die Helden ebenfalls früher in Offensiv (Flanke) und Defensiv (Schaden) ein.

Optisch bieten die Champions auch eine gewisse Abwechslung. Vom heilenden Bäumchen, zum fleischfressenden Wurm, zu Kobolden oder Schildkröten findet man neben klassisch menschlichen Charakteren eine schöne Auswahl. Hinzu kommt, dass jeder Champion drei Talente besitzt mit denen der Charakter angepasst werden kann. Ebenso erstellt man sich Decks, die aus fünf Karten bestehen. Hier lassen sich weitere Anpassungen für den eigenen Spielstil vornehmen. Aus einer Auswahl von 20 Karten kann man zum Beispiel hier die Munition erweitern, Schaden erhöhen oder die Abklingzeiten der Fähigkeiten reduzieren.

Zu guter Letzt sammelt man während eines Matches Credits. Mit diesen Credits lassen sich weitere passive Effekte für das laufende Match kaufen. Diese besitzen jeweils drei Stufen die den jeweiligen Effekt verstärken.

Das Gameplay ist Evil Mojo sehr gut gelungen und die Einteilung der Champions fühlt sich meiner Meinung nach richtig an. Die Modi sind schön umgesetzt und machen allesamt Spaß, auch wenn Belagerung gefühlt zu 99% gespielt wird. Ebenso bietet Paladins ein Ranglistensystem für kompetetiv orientierte Spieler.

Die große Hülle an Champions, die unterschiedlichen Maps und auch Modi geben den Charakteren unterschiedliche Stärken. Dies führt zu einem abwechlungsreichen Spielerlebnis. Der Developer, Evil Mojo, schafft es trotz der Menge an Champions, die Einzigartigkeit jedes einzelnen zu bewahren.

Controllerliebhaber kommen auch nicht zu kurz, da Paladins komplett mit dem Gamepad gespielt werden kann. 

Was ich leider vermisse, ist das Fehlen der Möglichkeit, sich schon im Vorfeld für eine spezielle Rolle anzumelden.

SCORE 4,5/5

Mehr als 40 Charaktere stehen dem Spieler/der Spielerin in Paladins Champions of the Realm zu verfügung

Grafik

Der Stil von Paladins: Champions of the Realm ist mit seiner knuffigen Comic-Grafik, welche auf der Unreal Engine 3 basiert, weit weg von Grafikmonströsitäten des versuchten Realismus von modernen Shootern, wie Call of Duty oder Battlefield.

Ich liebe solche Grafikstile einfach, weshalb Paladins hier einen großen Pluspunkt erhält. Der Vorteil dieses Stils ist, dass sich das Spiel auf einer sehr großen Bandbreite von Computern spielen lässt.

Ich mag sowas und bin einfach ein sehr großer Fan dieser Stile. Jedoch muss auch ich sagen, dass Paladins einfach nicht auf einem Stand, den man als „modern“ bezeichnen kann ist. Den Maps fehlen es grafisch an Tiefe und einem damit einhergehenden Ambiente/Feeling. Sie wirken dadurch vergleichsweise „platt“.

SCORE 3,5/5

Audio

Die Audio hat einen angenhmen Stil und die einzelnen Champions haben alle ihre eigene Stimme, wie auch Voicelines. Der/Die Spieler:in ist also, auch ohne den Gegner direkt zu sehen, in der Lage anhand der Stimme/Voiceline zu erkennen was passiert.

Einen Abzug gegenüber der Konkurrenz erhält Paladins jedoch im Rahmen dessen, dass der Spruch beim Einsatz der ultimativen Fähigkeit keinen Unterschied macht, ob sie von einem eigenen Mitspieler oder vom Gegner ausgeführt wird. Wenn sich in beiden Teams also der gleiche Champion befindet, ist es anhand des Sounds nicht auszumachen, aus welchem Team die Fähigkeit kommt.

Die Konkurrenz dagegen hat jeweils zwei Voicelines im Angebot womit der/die Spieler:in erkennen kann, ob es sich um eine ultimative Fähigkeit des Teams oder des Gegners handelt.

Ein durchaus minimaler Faktor, der für mich aber doch einen Unterschied macht und mir immer wieder auffällt. Das die Champions nur eine englische Sprachausgabe besitzen, finde ich zwar durchaus schade aber es ist ein Umstand, der bei mir keine weitere Beachtung findet.

Insgesamt ist die Audio des Spiels sehr gut gelungen. Mir gefällt sie sehr gut und wären da nicht die paar Kleinigkeiten, würde mich der Sektor Audio komplett überzeugen.

SCORE 4,5/5

Ein Screenshot vom Trainingsplatz in Paladins

Rangliste

Zur Rangliste kann ich leider nicht viel sagen, da ich nur ein Mal seit 2016 die  Placement-Matches absolviert habe.

Was ich aber bemängeln kann ist, dass es nicht möglich ist, sich mit jemanden gemeinsam in der Rangliste anzumelden, der z.B. mit dem Gamepad spielt, wenn man selbst mit Maus und Tastatur spielt. 

Leider ist alleine der Faktor, dass man derartig eingeschränkt wird ein sehr schwerwiegender Faktor für mich. Ich kenne einfach Leute, die auch mit einem Gamepad ohne Probleme Maus/Tastatur Nutzer in die Tasche stecken.

Weil mir die Erfahrung in der Rangliste bei Paladins fehlt und mir diese strickte Trennung nicht gefällt verzichte ich auf eine Wertung an dieser Stelle, da diese nur negativ ausfallen könnte.

SCORE -

Finanzierungsmodell

Bei Paladins handelt es sich um ein Free-to-Play-Spiel mit einem Shop zur Finanzierung. Dabei wird auf diverse „Finanzierungsoptionen“ gesetzt.

Es gibt drei Starter-Editionen, den Season-Pass, den Event-Pass (Battlepass) und weitere Skin/Mount Pakete. Mit der Starter (9,99€)- bzw. Gold-Edition (29,99€) erhält man eine Auswahl an Champions (8 bzw. 30). Mit der Deluxe-Edition (59,99€) erhält man 40 Champions, den aktuellen Season-Pass (Einzelpreis 34,99€) und 2100 Kristalle (Shop-Währung/Einzelpreis 30€).

Eine weitere Option zur Finanzierung sind die Truhen (Lootboxen), welche man für die Kristalle (Shop-Währung) kaufen kann. Die potenziellen Inhalte der jeweiligen Truhe kann man im Shopmenü einsehen, was man daraus erhält ist, wie es für Lootboxen üblich ist, zufällig.

Als dritte „Option“ gibt es die Tagesdeals. Dieser Deal enthält drei Shopitems wie Skins, Mounts oder Emotes für einen niedrigen Preis.

Wenn man sich also die Deluxe-Edition anschaut, bezahlt man umgerechnet 5€ weniger für den Season-Pass und die Kristalle. Als Zusatz erhält man 40 Champions für die Sammlung, die man sich ab dann nicht mehr erspielen muss. Der eigentliche Einzelpreis der Deluxe-Edition beläuft sich auf 95€ (35€ Season-Pass, 30€ Kristalle, 30€ Gold Edition).

Bis zum 3. Februar 2021 hatte man noch die Option auf das Champions-Pack. Dies hatte 35€ gekostet und gab einem Spieler:in Zugriff auf alle bisher veröffentlichten und alle zukünftigen ChampionsIch empfinde dies als einen harten Rückschritt und es hat für mich einen ziemlichen Beigeschmack. Die grundlegende Idee mit mehr Editionen eine größere Spielerschaft ansprechen zu wollen finde ich gut. Das Firmen nach alternativen Finanzierungesoptionen suchen und diese etablieren ist auch was ganz normales und auch völlig in Ordnung. Bei einem Preis von 60€ für die Deluxe Edition finde ich es dann doch etwas happig wenn man bedenkt, dass der „Hauptkonkurrent“, Overwatch, die Helden alle kostenfrei liefert. Von meiner Seite aus muss ich dazu offen gestehen, dass ich ohne das Champions-Pack vermutlich Paladins nicht wirklich gespielt hätte.

Das Paladins Cross-Progression unterstützt ist für mich jedoch wieder ein Faktor, der meine Wertung etwas ins Positive rückt.

SCORE 3/5

Fazit

Alles in allem liefern Hi-Rez Studios und Evil Mojo mit Paladins Champions of the Realm einen sehr soliden und spaßigen Heldenshooter, der viele Elemente des MOBA-Genres verwendet. Doch auch die auffälligen MOBA-Elemente veranlassen mich stehts mehr zu einem Vergleich mit Spielen wie Overwatch anstelle von League of Legends. Sie geben dem Heldenshooter einen eigenen Anstrich und schaffen es somit das Paladins nicht nur  eine „Kopie“ von Overwatch ist. 

Die Fülle an spielbaren Helden, mit ihren eigenen Stärken und Schwächen sorgt für ein  abwechslungsreiches Spielerlebnis. 

Zwar mag die Grafik nicht so eine Tiefe besitzen wie moderner gehaltene Titel dieser Art, jedoch besitzt es auch seinen ganz eigenen Charm, der sich im Charakterdesign wiederfindet. 

Trotz der meiner Meinung nach negativen Wandlung des Finanzierungskonzeptes lässt sich sagen, dass man auch ohne viel Geld zu investieren durchaus ganz gut voran kommen kann. 

Zusätzlich erhalten Free-to-Play Nutzer:innen mit der freien Heldenrotation immer wieder die Möglichkeit, vier Helden zu testen ohne sie zuerst erwerben zu müssen.

Ich persönlich habe viel spaß mit Paladins und kann es auch jedem Fan von Overwatch empfehlen sich das Spiel anzuschauen.

SCORE 4,0/5

Aber was denkst Du darüber? Hast du Paladins schon gespielt oder spielst mit em Gedanken? Erzähle mir doch davon auf Twitter oder auf Instagram! Oder wenn du Fragen hast, kannst Du sie mir auch dort einfach stellen! 

Damit verpixel ich mich erstmal wieder in die unendlichen Weiten der Pixelwelten,
Euer Serraz!

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