Kolumne: #HeilerLiebe

Kolumne: #HeilerLiebe

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Mein Herz schlägt für Heiler!

Jeder Spieler hat seine Vorlieben. Ob es eine besondere Rolle an sich, ein spezieller Champion in League of Legends oder Charakter in Overwatch ist. Seit kurzem weiß ich vor allem eines: Mein größter Fehler war es mich vom Heiler abzuwenden!

Erinnert Ihr euch noch an den Moment, an dem Ihr eure Lieblingsrolle, Klasse, Champion oder so gefunden habt? Ich erinnere mich noch sehr gut daran, obwohl es schon 16 Jahre her ist, dass ich meine “Liebe” zum Heilen entdeckt habe.

Wir schrieben das Jahr 2005 und ich zog, erfüllt vom Heiligen Licht und voller Stolz für die Allianz, in die Schlacht gegen die Horde und Eichhörnchen! Als kleiner, unerfahrener Paladin “quälte” ich mich auf Level 50 und suchte mir eine Gruppe für die Instanz Blackrocktiefen. Leider waren Paladine damals nicht gerade die Beliebtesten und die Suche nahm etwas Zeit in Anspruch. Ein Magier reagierte und fragte, ob ich denn heilen könne. Ich teilte ihm mit, dass ich noch nie geheilt hatte aber ganz passable Ausrüstung mit Intelligenz, Willenskraft und Co. in der Tasche hatte. Das war für die Gruppe kein Problem. Ich richtete mein UI noch schnell ein wenig ein und es ging los in mein neues Leben.

Es war echt hart, aber mir hat es unglaublich Spaß gemacht! Ich ging mit dem Magier und zwei seiner Gildenkollegen immer öfter in Dungeons, baute meine Heilerausrüstung weiter aus und sammelte viel Erfahrung als Heilerdöschen. Nach einigen Wochen der regelmäßigen Dungeonsdurchgänge mit den Dreien erhielt ich dann eine Einladung in die Gilde und einen Raidplatz.

In meinem super sexy aussehenden Outfit aus Stoff-, Leder- und Kettenrüstung machte ich meinen Hammer bereit und erfüllte meine Mitstreiter im Molten Core mit dem Heiligen Licht! Jedenfalls wenn ich mal nicht damit beschäftigt war, 39 andere Spieler und deren Begleiter mit meinen fünf Minuten anhaltenden Segen zu buffen.

Naja, schließlich endete mein “Molten-Core-Buff-Trauma” damit, dass ich 13 Jahre lang als Heiler in Raids unterwegs war und davon habe ich acht Jahre lang nichts gespielt außer meinen Pala. 2018 fand mein Leben als Heiler dann ein jähes Ende. Meine damalige WoW-Gilde hatte einen plötzlichen Überschuss an Heilern und auch in der Raidgruppe suchten wir dringend neue Leute. Ich entschloss mich meinem Raid in neuer Funktion zu unterstützen, indem ich zum Off-Tank wurde. Parallel spielte ich noch Final Fantasy um dort dem Heilerleben weiter zu frönen. Doch da wurde ich letztendlich zum Main-Tank in der Raidgruppe, weil wir genug Heiler hatten.

Es gibt ganz verschiedene Arten von Heilern in MMORPG’s; Hier FF14 – Der Gelehrte

Nachdem ich nach und nach wieder aktiver in WoW wurde, fand ich weder einen Tankplatz, Off-Tankplatz oder Heilerplatz in einem Raid mit meinem Paladin. Das Paradoxe war, dass ich ein Angebot als Vergelter-Paladin erhalten habe. Ich nahm an, weil ich unbeding raiden wollte. Ich wechselte immer wieder die Klasse für den Raid, blieb aber Damage Dealer. Dazu kam auch, dass ich immer wieder bei verschiedenen MMORPGs aktiv war und dachte die ganze Zeit, dass ich mich einfach nicht mehr so für MMORPGs begeistern kann.

Mit der Rückkehr nach Eorzea vor circa 3 Monaten fing ich auch einen Damage Dealer an. Der Schwarzmagier erreichte bald das maximale Level und ich wurde innerlich verrückt, welcher Magier eigentlich der Main-Job werden sollte. @frl_respawn wählte als nächsten Char den Beschwörer und ich entschied mich für den Gelehrten als Heiler, da beide die selbe Basisklasse haben. Es machte echt Spaß zu heilen und das entzündete wieder den Funken in mir, aber das Feuer, welches auf krasser Sparflamme lief, wurde erst vor kurzem entfacht. Wir waren mit dem Duo gerade auf Level 73 als wir durch die 24-Mann Raids aus Stormblood (Lvl 70) liefen, um die Bozja-Südfront freizuschalten.

Im “Kloster von Orbonne” lief es, anders als in “Rabanastre” oder “Richtfeuer von Ridorana”, etwas holprig. Schon beim ersten Boss fühlte ich mich irgendwie gestresster. Richtig stressig wurde es dann aber erst bei dem Endboss, Cherub Ultima. Der war nicht gerade von der Sorte, die man eben mal fix weghaut. Mechaniken sollten sauber gespielt werden und selbst dann konnte der Boss ordentlich austeilen.

Zufällige Gruppen wären aber nicht das was sie sind, wenn es nicht so laufen würde wie es sollte und dann nochmal anders als gedacht. Wenn ich den Stresspegel der Bosse im Kloster auf einer Skala von 1-10 bewerten müsste würde ich sagen, dass die ersten Beiden bei einer 4 lagen, der Dritte bei einer 6 und Cherub Ultima bei einer 12. Man kann also sagen, dass Staubfressen beim Endboss genauso dazu gehört, wie das Bosse einen Heiler in der Regel mit einer Kelle über den Jordan befördern.

Als die heilintensivste Phase des Kampfes begann, lebten sage und schreibe drei von sechs Heilern inklusive mir, alle drei Tanks und sieben von 15 Damage Dealer. Also mal abgesehen davon, dass heilintesive Phasen mit nur 50% derer die dafür vorgesehen sind, an sich schon ein erhöhtes Stresslevel bedeuten, galt es neben den anderen drei Heilern auch noch acht Damage Dealer wiederzubeleben, was nicht unerheblich an unserem Mana nuckelte. Aber wir überlebten nicht nur die Phase, sondern legten Cherub Ultima sogar im ersten Versuch. Auch wenn ich nicht verstehe, wie das gelungen ist. Wenn ich der Aussage im Discord glauben darf, scheine ich sogar zeitweise verlernt zu haben wie man atmet. Oh mein Gott, wie ich diesen Kampf geliebt habe! Das war einfach GEIL!

Heilen in FF14 ist sehr lichtgewaltig!

An diesem Abend wurden mir zwei Sachen bewusst. Zum einen weiß ich nun, dass mein Feuer für MMORPGs nicht erloschen ist. Zum anderen, dass es mein größter Fehler als Spieler war das Heilen zum Wohle des Raids aufzugeben. Ich stelle mir auch nicht die Frage, welche Klasse möglicherweise der Main-Char wird, sondern nur noch in welcher Reihenfolge ich die Heiler leveln werde. Ebenso steht für mich fest, dass ich wenn ich mal nach Azeroth zurückkehren sollte, einen neuen Char auf 60 bringe und es ein Heiler sein wird! Heilen liegt mir im Blut, heilen war die Aufgabe, die mir immer am meisten Spaß gemacht hat. Trotz des Stresses wurde ich nie wirklich negativ gestresst. Auch wenn Randomgruppen als Heiler, wie auch als Tank, immer ein Fall für sich sind und man sich oft aufregt. Und Ich werde nicht aufhören, mich über doofe Gruppen aufzuregen. Das kann ich gar nicht. Aber eines kann ich definitiv sagen: Ich bin Heiler mit Leib, Seele und zehn funktionierenden Fingern! Heal it Baby!

Damit verpixel ich mich erstmal wieder in die unendlichen Weiten der Pixelwelten und heile ein paar arme Tanks und Damage Dealer,
Euer Serraz.