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Die “Heilige Dreifaltigkeit” in MMORPG’s und Ich: Der Heiler.

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Die Aufteilung der Rollen in vielen MMORPGs wird als die “Heilige Dreifaltigkeit” bezeichnet. Diese Dreifaltigkeit bestimmt immer wieder unserer Rolle innerhalb unserer Gruppe, dem Raid und dem Schlachtfeld. Für mich galt es in der Vergangenheit jede dieser Eckpfeiler einzunehmen. Im dritten und letzten Teil meiner Blogreihe zur “Heiligen Dreifaltigkeit” befassen wir uns mit den Sanitätern einer Gruppe: den Heilern.

Es war Jan Hegenberg der 2012 in seinem Lied “Der Heiler” sang “Mobs* tun euch weh, ich mach euch Heil. Ich verlang nicht mal Geld, das ist der Heilerstyle“.

Ich muss sagen, dieser Satz beschreibt das Leben eines Heilers ziemlich genau. Im Spiel sind wir die Doktoren, Ersthelfer, Chirurgen, Lebensretter, der Quell “ewigen” Lebens, jene die tendenziell in ihre Tastatur beißen, um nicht etwas teureres zu zerschmettern.

Ähnlich wie bei den Tanks gibt es einen Heilermangel. Das “Interessante” aber ist, dass es irgendwie völlig egal ist, ob man Tank oder Heiler ist. Der entsprechende Heiler oder Tank ist dann das fehlende Mitglied,  um die Gruppe zu vervollständigen. Ich habe damit aufgehört über das “Warum” nachzudenken, deswegen springe ich direkt zu den Punkten, die für einen Heiler sprechen und eben die negativen Punkte des Heilers.

*Mobs sind einfach Gegner. Sie werden auch oft als Trash oder Trashpacks bezeichnet. Optional wird bei Bossen vom Encounter gesprochen.

Einer der drei möglichen Heiler in FFXIV - Der Astrologe
  1. Vorne pfui, hinten hui! (meistens)
    In den meisten Fällen ist ein Heiler einer derjenigen, die nicht mit dem Gegner kuscheln wollen und deswegen sicher weit weg vor seinen bösen Nahkampfangriffen stehen. Ein großer Vorteil das die (meisten) Heiler auf Distanz stehen, ist der Überblick über das Kampfareal. Diesen grundlegenden Vorteil haben prinzipiell alle Distanzklassen aber für den Heiler erleichtert dies sehr stark seine Aufgabe.

  2. I have the heals, i make the rules!
    Heiler haben eine “besondere Macht” innerhalb der Gruppe. Die Macht der Erziehung! Es macht einen unglaublichen Spaß den Damage Dealer, Harfenzupfer Henry, oder Tank, Dosen Doris, die nicht aufpassen oder sich wie die Vollpfosten vor dem Herren benehmen, sterben zu lassen. Das geht ganz einfach! Man verweigert ihnen einfach die Heilung. Zugegeben das funktioniert nur, wenn die eigene Gruppe die Mehrheit bildet oder wenigstens die Mehrheit die Meinung des Heilers teilen. 

  3. Hohe Erwartungen
    Von Heilern wird immer viel erwartet. Selbst wenn andere Spieler es nicht zugeben würden, der Blick im Kampf lastet immer auf den Heilern. In einem Raid kann dieser Druck durchaus zu zeitweiliger Atemnot führen. Dies rührt aus der grundlegenden Situation, dass man die direkte Verantwortung über die Leben von vielen anderen Spieler trägt. 

  4. Gegner Priorität Nummer 2
    Als Heiler generiert man ein relativ hohes maß an Bedrohung*. Dies führt oft dazu, sollte der Tank doch das Zeitliche segnen, dass der Boss oder die Gegner freudig grinsend auf den Heiler zukommen, um ihn mit einem liebevollen Schwung mit der Keule auf die andere Seite zu schicken. Was muss man also als Heiler wissen? Lässt man Feuerschleuder Ferdinant der gepullt** hat “zufällig” sterben, ist er selbst schuld. Stirbt Meuchel Martina, weil sonst ein anderer Heiler oder der Tank stirbt, ist das doof aber nicht zu ändern. Stirbt/sterben der/die Tank/s stirbt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Heiler und damit der Rest der Gruppe. Man muss also auch als Heiler seine Prioritäten setzen, um nicht zur Priorität der Gegner zu werden!

*Bedrohung ist ein Wert der durch Kampfaktionen generiert wird und bestimmt welche:r Spieler:in vom Gegner angegriffen wird.

**Gepullt abgeleitet von pullen. Als pullen bezeichnet man den ersten Angriff gegen den oder die Gegner.

Der Gelehrte - Ein Heiler mit einer Fee an der Seite

Heiler waren ja bereits in meinem Beitrag #Heilerliebe ein Thema. Daher verzichte Ich hier darauf mich bezüglich meiner Anfänge als Heiler zu wiederholen. Auch auf die Erzählungen meines Heilerrespawns verweise ich auf den anderen Post. Heute möchte ich darauf eingehen, warum ich eigentlich Heiler bin und mir diesen “Stress” antue. 

Für mich ist der Heiler die wohl abwechslungsreichste der drei Rollen. Gruppenzusammenstellung, Fehler bei Mechaniken oder Tode, weil einer mal etwas geschlafen hat. Jede Veränderung im Kampfgeschehen macht den Bosskampf gefühlt oft zu einem neuen Kampf. Es ist einfach ein geiles Gefühl, wenn man es trotz Fehler am Ende schafft. Für mich ist auch der Lerneffekt bei einem Bosskampf als Heiler am größten. Ich muss mich einfach auf das konzentrieren, was der oder die Gegner machen und was dabei mit den Mitspielern passiert. 

All das was mich als Heiler ausmacht, ist auch der Grund, wieso mir dieser Stress selten negativ aufstößt. Das Gleiche gilt für Vollblut-Damage Dealer oder Vollblut-Tanks. Spieler:innen, die in ihrer Rolle vollends aufgehen, haben es leichter, über negative Aspekte hinweg zu sehen oder sie zu “ertragen”. Ich finde es extrem traurig und auch armselig, wie schwer es oft neuen Heilern oder Tanks gemacht wird. Alle waren mal unerfahren und mussten lernen. Wieso bei zwei der drei Rollen immer so ein Fass aufgemacht wird, will ich auch einfach nicht verstehen. 

Ja ja, Heiler sind toll und so und voll lieb und bla bla bla. Der war gut. Es gibt aber auch eine andere Sorte von Heilern. Nämlich die Sorte, die sich für die einzig waren Götter auf dieser von Hello Kitty verdammten Erde halten. Diese Wannabe-Götter behandeln erfahrungsgemäß alle von oben herab. Selbst wenn sie offensichtlich schlechter als ein Mitspieler sind. Sie halten sich einfach für die Geilsten. Am liebsten würde ich solche Heiler… Nein, Menschen einfach in einen nicht gefütterten Sack stecken und Viva Pinata mit ihnen spielen.

Damit geht die Blogreihe um die Rollen in den meisten MMORPG’s zu Ende. Ich hoffe, dass diese Blogreihe ein wenig Licht ins Dunkel geworfen hat oder wenigstens zur Unterhaltung beitrug. 

Welche Erfahrungen hast Du als oder mit Heilern gemacht? Oder wie hat Dir die Blogreihe gefallen? Erzähle mir doch davon auf Twitter oder auf Instagram!

Damit verpixel ich mich erstmal wieder in die unendlichen Weiten der Pixelwelten,
Euer Serraz!

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