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Die “Heilige Dreifaltigkeit” in MMORPG’s und Ich: Der Tank

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Die Aufteilung der Rollen in vielen MMORPGs wird als die “Heilige Dreifaltigkeit” bezeichnet. Diese Dreifaltigkeit bestimmt immer wieder unserer Rolle innerhalb unserer Gruppe, dem Raid und dem Schlachtfeld. Für mich galt es in der Vergangenheit jeden dieser Eckpfeiler einzunehmen. Im zweiten Teil meiner dreiteiligen Blogreihe zur “Heiligen Dreifaltigkeit” befassen wir uns mit dem Beschützer einer jeden Gruppe: dem Tank.

Der Panzer. Die undurchdringbare Mauer. So jedenfalls die Theorie. Als Tank hat man die Aufgabe, die restliche Gruppe vor den Gefahren der Gegner zu beschützen und sich an deren Stelle grün und blau prügeln zu lassen.

Ich weiß nicht, ob es einen geheimen Pakt zwischen dem Teufel und MMORPG-Spieler:innen gibt, aber ich habe noch kein MMORPG gesehen, in dem es keinen Tankmangel gibt. Es steht also im direkten Gegensatz zum Überschuss an Damage Dealern. Aber auch das lässt sich nicht an diesem einen einzigen Punkt festmachen,
glaube ich. Zeitgleich denke ich, dass diese Punkte, die viele von dem Tank abschrecken lassen, zum Teil die Gründe sind, deretwegen es “Vollblut”-Tanks gibt.

Der Dunkelritter - Einer von vier Tanks in FF XIV
  1. Sei die erste und letzte Bastion!
    Der Tank ist das Schild der Gruppe, welches nicht durchdrungen werden darf. Unabhängig von der benötigten Menge an Tanks für den jeweligen Spielinhalt ist der aktive Tank immer verantwortlich dafür, die restliche Gruppe zu beschützen. Ja, auch den oder die anderen Tanks! Zeitgleich haben diese, welche zum Beispiel nicht den Boss halten, die Verantwortung den sogenannten Maintank dabei zu unterstützen, im richtigen Moment den Boss zu übernehmen oder andere Gefahren von der Gruppe fernzuhalten. Ein verantwortungsvoller Job!     

  2. Frontliner der anderen Art
    Manch ein:e Spieler:in mag es direkt am Gegner zu stehen und ihn in nächster Nähe zu bekämpfen. Aber man möchte nicht direkt einen Damage Dealer spielen. Dann ist man beim Tank richtig! In den meisten Fällen befindet er sich im Nahkampf und lässt sich lieber verkloppen als andere zu kloppen ;D.     

  3. Weniger Schaden, langes Leben
    Die Neigung sich mit einer unglaublichen Freude von drei Meter hohen Drachen einen neuen Platz für das nächste Piercing knabbern zu lassen hat natürlich auch einen Einfluss auf die Charakterwerte. Was dem Tank an Schaden fehlt, gleicht er mit einer großen Menge Leben, meistens als Hp-Pool oder einfach HP (Hitpoints) bezeichnet, wieder aus. Das führt auch zu Entscheidungen bei den Fähigkeiten der Bosse. Manche Fähigkeiten, Tankbuster genannt, richten einen so hohen Schaden an, dass dieser nur von einem Tank überlebt werden kann.     

  4. Der Depp vom Dienst…
    Ich glaube kaum, dass dieser Punkt irgendjemanden dazu bewegt, Tank zu werden aber dafür sehr, sehr viele davon abhält. Irgendwie ist immer der Tank Schuld, wenn ein Damage Dealer, nennen wir ihn doch Harfenzupfer Henry, meint, pullen zu müssen und dabei drauf geht. Sogar wenn Harfenzupfer Henry es dabei schafft, alle umzubringen ist natürlich nicht er Schuld, sondern der Tank. Zum Glück von allen anderen Spielern gibt es aber jene die eben trotzdem tanken.

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Manchen Bossen reicht man mit Glück bis ans Knie - Hier zu sehen: Die Ultima-Waffe

Das Tanken hatte sich bei mir von selbst ergeben. Welch Überraschung, es war in Final Fantasy XIV. Gegen Ende von “A Realm Reborn” habe ich angefangen, dem zweiten Raid meiner Freien Gesellschaft/Gilde als Tank auszuhelfen. Da man in FFXIV alles mit einem Charakter machen kann und ich den Paladin und den Krieger gerade auf das maximale Level gebracht habe, hatte sich das angeboten. Ab Heavensward spielte ich dann direkt alle Tanks hoch, besorgte mir die Waffen und spielte auch alle drei aktiv. Das führte zu einer “unangenehmen” Situation. Ich wechselte fest in die 2. Raidgruppe als Maintank und in Heavensward schafften wir es sogar an der ersten Gruppe vorbei zu ziehen. Das gefiel einigen nicht so recht, was zu ziemlichen Krach in der Freien Gesellschaft führte. Das ist jedoch eine andere Geschichte. Als dann Shadowbringers raus kam, machte ich mich gleich auf den Weg den neuen Tank, die Revolverklinge, ein Job inspiriert von den Charakteren Squall und Cifer aus FF VIII, auf Level 80 zu spielen.

Es fühlte sich 100x vertrauter an als die Zeit als Damage Dealer und es hatte viel von meiner Heilerzeit. Aber es war doch irgendwie anders, eben nicht das, was ich wirklich machen wollte. Aber eines weiß ich mit Sicherheit. Ich raide lieber 100x als Tank statt 10x als Damage Dealer!

Aber so sehr das auch danach klingen mag, dass Tankspieler:innen allesamt heilige Engel sind, die uns nur helfen wollen, ist das schlicht nicht wahr. Wie bei allem gibt es auch unter den Tanks angekokelte Flauschlinge. Die “Macht”, die Tanks aufgrund ihrer Seltenheit haben, kann dem einen oder der anderen Spieler:in durchaus zu Kopf steigen. Das erfahrungsgemäße Ergebnis solcher Spieler:innen ist, dass sie sich sowieso für die geilsten halten und das sowieso niemand mehr Plan von allem hat als sie selbst. Ich muss aber sagen, dass ich dahingehend sehr wenige kennen gelernt habe. Und irgendwie waren es nie Tank-Spielerinnen… Naja egal.

Wie ist es bei Dir? Bist du sogar Tank oder was ist Deine Erfahrung in dieser Rolle? Erzähle mir doch davon auf Twitter oder auf Instagram!

Damit verpixel ich mich erstmal wieder in die unendlichen Weiten der Pixelwelten,
Euer Serraz!

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