Die “Heilige Dreifaltigkeit” in MMORPG’s und Ich: Der Damage Dealer

Die “Heilige Dreifaltigkeit” in MMORPG’s und Ich: Der Damage Dealer

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Die “Heilige Dreifaltigkeit” in MMORPG’s und Ich: Damage Dealer

Die Aufteilung der Rollen in vielen MMORPGs wird als die “Heilige Dreifaltigkeit” bezeichnet. Diese Dreifaltigkeit bestimmt immer wieder unsere Rolle innerhalb unserer Gruppe, im Raid oder auf dem Schlachtfeld. Für mich galt es in der Vergagenheit jede dieser Eckpfeiler einzunehmen. Dies ist der erste Teil meiner dreiteiligen Blogreihe zur “Heiligen Dreifaltigkeit”.

Meine Wiederauferstehung aus der Asche, wie der Phönix, zum Handwerk des lebenrettenden Heilers habe ich beim letzten Post ja schon zelebriert. Deswegen wird der Heiler heute nicht den Anfang machen.

Stattdessen beginnen wir einfach mit der Rolle, von der gefühlt eine derart absurde Anzahl an Spielern herumläuft: Der Damage Dealer! Man muss sich die Frage stellen, ob es nicht wahrscheinlicher ist, in der Winkelgasse eine Schriftrolle zu finden, auf der geschrieben mit dem magischen Speichel eines dreiköpfigen Schnabeltiers, die Wahrheit über die Enstehung des Universums steht.

Die Aufgabe des Damage Dealers ist in meinen Augen selbsterklärend. Den oder die Gegner umknüppeln bevor er oder sie der eigenen Gruppe einen Besuch beim Geistheiler spendiert. Warum aber haben Damage Dealer eine so unglaubliche Beliebtheit in MMOs? Ich glaube das lässt sich nicht nur auf einen, sondern auf drei “kleinere Punkte” zurückführen.

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  1. Die “Einfachheit”
    Meistens ist es so, dass der Damage Dealer es wesentlich einfacher hat, Gegner während des Levelns zu besiegen. Er ist effizient und gerade am Anfang meist sogar intuitiver. Meiner Erfahrung nach meiden Spieler oft Dinge, für die man erst einmal ein Verständnis entwickeln muss. Genau dieser Schritt ist es, der bei Damage Dealern weitestgehend wegfällt. Zur Klarstellung: Ich meine dabei nicht Min-Maxing oder Rotationen, sondern schlicht die grundlegende Funktionsweise, wie Damage Dealer agieren müssen, um ihr Ziel zu erreichen.
          
  2. Keine “Hauptverantwortung”
    Das Gefühl einer “Verantwortung” als Damage Dealer ist innerhalb eines Raids nicht so präsent. Man ist einer von “vielen” und ist verantwortlich dafür, dass das Ziel schnell genug zu Boden geht. Aber diese Verantwortung wird mit beispielsweise 14 weiteren Damage Dealern geschultert. Man trägt gefühlt die Verantwortung für nur ein einziges Ziel. Das sorgt meiner Erfahrung nach für viel weniger Druck. Heiler und Tanks tragen dagegen die gefühlte Verantwortung für beispielsweise 24 andere. Dabei trägt der Damage Dealer eigentlich die gleiche Last. Wenn die Damage Dealer zu wenig Schaden machen, fallen die anderen nämlich auch!
        
  3. Die “Macht”
    Man kann sagen was man will, es ist ein anderes Gefühl, einen Gegner in weniger als 10 Sekunden über den Jordan zu schicken oder in 60 Sekunden. Man könnte schon von einem “erhabenen” Gefühl sprechen, einem machtvollem Gefühl.

Ich hab dieses Gefühl erst relativ spät erfahren. Meine erste richtige “Berührung” als Damage Dealer in einem Raid hatte ich nicht in WoW, sondern 2014 in Final Fantasy XIV Online. Ich war kürzlich einer Freien Gesellschaft (Gilde) beigetreten und hatte meinen Schwarzmagier auf Level 50 gebracht. Eigentlich war ich mit dem Weißmagier ein Heiler, aber wurde an einem Abend gefragt, ob ich Zeit hätte, mit dem Schwarzmagier bei Twintania (Die verschlungenen Schatten von Bahamut 5) zu helfen. Ich hatte an dem Abend nichts weiter zu tun und hätte ansonsten nur gefarmt. Also wurden die Schwarzmagierklamotten ausgepackt, welche ich schon als Weißmagier gesammelt hatte, und wir gingen los.

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Der Raid lief recht erfolgreich. Wir sind in neue Phasen des Kampfes vorgedrungen, legten Twintania aber noch nicht. Parallel war ich in WoW noch als Heiler im Raid aktiv, aber weil die Gruppe in FF14 nur einen Abend in der Woche Raiden wollte, habe ich dort als Damage Dealer meinen “Dienst” geleistet. Obwohl mir immer bewusst war, dass unsere Damage Dealer uns wipen konnten, wenn der Schaden zu niedrig war, war mir nie bewusst wie “gering” dieser Aspekt herausstach.

Es fühlte sich ganz anders an als Damage Dealer. Ich war wesentlich entspannter und völlig verblüfft darüber, wie der Blick als Heiler einen selbst unter “Druck” setzt. Ich kannte nur diesen Druck, daher war es für mich ganz normal.

Die Masse bringt aber leider auch viele Nervtöter ans Licht. Als Heiler und Tank sind 9/10 Spieler:innen über die ich mich in WoW aufregen konnte Damage Dealer. Es wird einfach gepullt und das meiste Geflame gab es, wenn dann etwas schief ging. Denn es ist sowieso immer der Tank und/oder ein Heiler schuld, wenn ein pullender Damage Dealer einen Wipe verursacht hat. Aber was soll man machen? Als Heiler rege ich mich auch über Tanks auf, wenn sie zu viele Gegner pullen aber keine Cooldowns ziehen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich durchaus verstehe, wieso sich so viele zum Damage Dealer hingezogen fühlen. Er ist intuitiver, das Verantwortungsgefühl ist nicht so präsent und man wird gefühlt weniger geflamed. Traurige Sache aber es ist meine Erfahrung. Ich für meinen Teil brauche den Druck einfach, um mich am richtigen Platz zu fühlen!

Wie ist das bei Euch? Was sind Eure Erfahrungen damit? Erzählt mir doch davon auf Instagram oder Twitter!

Damit verpixel ich mich erstmal wieder in die unendlichen Weiten der Pixelwelten,
Euer Serraz